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Mehr als ein Museum

Das Uniseum lädt zu einem Besuch in den neuen Räumen ein

Das Freiburger Uniseum hat seine Ausstellung erweitert und präsentiert jetzt nun neben Wissenswertem aus der Universitätsvergangenheit noch weitere interessante Details aus dem Leben der Studierenden vom Mittelalter bis heute. Einfach mal hingehen!

Von Annette Persch, Germanistik/Geschichte

Der umgebaute historische Gewölbekeller des Uniseums ist für Besucher nun geöffnet Der umgebaute historische Gewölbekeller des Uniseums ist für Besucher nun geöffnet

Bild: Sassse

Wer schon einmal das Freiburger Uniseum besucht hat, weiß, dass es kein Museum der herkömmlichen Art ist. Besucher müssen hier keine langweiligen Führungen befürchten, sondern erhalten von studentischen Mitarbeitern anschaulich Einblicke in die Geschichte der Albert- Ludwigs- Universität.

Geschichte der Studierenden

Der thematische Schwerpunkt hat sich seit der Eröffnung der neuen Räume im Kellergewölbe im April 2007 auf das studentische Leben verlagert, was vor allem für die Studierenden von heute interessant ist: Bei einem Blick in das ausliegende Statutenbuch erfährt der Besucher, wie das Leben der Studierenden im Mittelalter geregelt war: Die Mitglieder der Universität waren damals der Universitätsgerichtsbarkeit unterstellt, wonach die Universität bei Nichteinhalten der Statute Strafen auferlegen durfte. Die Strafen bestanden aus Geldstrafen, Universitätsverweis und Karzerstrafe, die noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Gebrauch war. Auch das aktuelle Diskussionsthema zu den Studiengebühren ist nicht ganz so aktuell wie es scheint. Auch dazu könnte ein Blick in das mittelalterliche Statutenbuch hilfreich sein: Denn hier wurden die finanziellen Angelegenheiten präzise festgelegt und es war genau geregelt, wann und wie Studenten Stipendien erhielten und zurückzahlen mussten.

Nachzulesen im Uniseum: Die Kollegregeln der  Stipendiaten Nachzulesen im Uniseum: Die Kollegregeln der Stipendiaten
Bild: Sasse

Frauen an der Uni

Ab 1900 durften an der hiesigen Universität Frauen studieren. Freiburg war damit die erste Universität in Deutschland, die einen Erlass zum Frauenstudium herausgab. Einige Jahre später gründete sich der Vorgänger des heutigen Studentenwerkes: Die "Mensa akademia" hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrten und die weniger privilegierten Studierenden zu unterstützen. Nicht nur von ihren Inhalten her sind die Ausstellungsräume des Uniseum in der Alten Uni einen Besuch wert, sondern auch von ihrer historischen Bedeutung: Der Bursenkeller galt in den 1950/60er Jahren als legendärer Partykeller, hier ging es Abend für Abend nach der Sperrstunde in der Innenstadt noch fröhlich weiter.

Kurz und knapp: Es lohnt sich, das Uniseum zu besuchen!

Die offiziellen Führungszeiten werden im Jubiläumssommer ausgeweitet, sie sind Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14-18 Uhr und Donnerstag und Freitag von 14-20 Uhr. Uniseum in der Bertoldstraße 17, Alte Universität. Per E-Mail info@uniseum.de oder Telefon 0761 - 203 3835 können auch individuelle Führungen vereinbart werden. Der Eintritt ist frei.

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