Sagt der Uni die Meinung!
Die Uni Freiburg soll besser werden. Erstmals befragt sie ihre Absolventinnen und Absolventen, was sie in der Rückschau von ihrem Studium an der Uni Freiburg halten und was es ihnen überhaupt gebracht hat. Das soll Konsequenzen für die Lehre haben.
Von Peter Wiezcorek, Jura
"Die einzelnen Fächer können richtig was draus machen", meint Dr. René Krempkow, der Leiter der Absolventenstudie der Uni. Zum ersten Mal erhalten die Fakultäten detaillierte Informationen darüber, wie es ihren früheren Studierenden nach dem Abschluss ergeht, wie sie auf dem Arbeitsmarkt zurechtkommen und ob sie an der Uni die dafür nötigen Fähigkeiten erworben haben. Damit können die Fächer ihre Lehrangebote überprüfen und falls nötig neu justieren. Wie sich diese Veränderungen auswirken, zeigt dann die nächste Absolventenumfrage.
Fragen für jedes Fach
Der Fragebogen wurde unter Federführung des Instituts für Hochschulforschung der Uni Kassel erstellt. 50 Unis sind an dem Projekt beteiligt, Experten verschiedener Fächer haben mehr als zwei Jahre lang an den Fragen getüftelt. Schließlich hat die Uni Freiburg die Bögen an ihre eigenen Bedürfnisse angepasst. Das Ergebnis ist ein fast 30 Seiten starkes Heft, das genau auf die einzelnen Fächer eingeht: Der Theologe bekommt andere Fragen gestellt als die Medizinerin. Und die Zahnmedizinerin wieder andere als der Humanmediziner.
Jacqueline Passon und René Krempkow diskutieren die Fragebogen.
"Wie beurteilen Sie die folgenden Studienbedingungen in Ihrem Fach: Zugang zu erforderlichen Lehrveranstaltungen, didaktische Qualität der Lehre, fachliche Qualität der Lehre." – "Welchen Schwierigkeiten sind Sie bei Ihrer Stellensuche bislang begegnet?" – "Wie beurteilen Sie die folgenden zentralen Angebote: Sprachlehrinstitut, Studierendensekretariat, Zentrum für Schlüsselqualifikationen."
Die Uni will es genau wissen. Und das ist auch nötig. Denn seit der Umstellung auf das neue Bachelor- und Mastersystem müssen sich alle Studiengänge regelmäßig neu akkreditieren, das heißt sie brauchen eine neue Zulassung. Eine Bedingung dafür ist, dass Absolventenstudien durchgeführt werden. "Wir denken, dass deshalb mittelfristig alle elf Fakultäten teilnehmen werden", erklärt Projektmitarbeiterin Dr. (des.) Jacqueline Passon. In diesem Jahr sind sieben dabei.
Antworten für jeden Absolventen
Die Absolventen erhalten nach der Umfrage Zugang zu den Ergebnissen, damit sie sich selbst einordnen können: Wie weit sind andere inzwischen? Welche Wege haben sie eingeschlagen? Wie stehe ich im Vergleich dazu? "Solche 'Berufseinstiegsbarometer' gibt es auch von kommerziellen Anbietern", räumt Krempkow ein. "Ich glaube aber, dass wir das besser und seriöser machen." Außerdem könne man bei der Uni sicher sein, dass sie mit den Daten sorgsam umgehe und sie nicht für irgendwelche wirtschaftlichen Zwecke verwende.
Der Erfolg der Studie steht und fällt damit, wie viele Absolventen mitmachen. Teilnehmen kann, wer im Wintersemester 06/07 oder im Sommersemester 07, in einigen Fächern auch früher, seinen Abschluss gemacht hat. Dies gilt auch für Studierende, die nach dem Bachelor noch am Master arbeiten. 1.600 E-Mails und 1000 Briefe hat die Stabsstelle Qualitäts- und Umweltmanagement an die Alumni verschickt. Eine Rücklaufquote von mehr als 50 Prozent ist angepeilt.
Falls Ihr zur Zielgruppe gehört und keine Nachricht bekommen habt, könnt Ihr Euch melden: www.qm.uni-freiburg.de/projekte/absolventenstudien
