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Aller guten Dinge …

Die Suche nach einem neuen Rektor bescherte der hiesigen Alma Mater 2008 viel Aufmerksamkeit - und auch Kritik. Ein Rückblick ins viel zitierte „Drei-Rektoren-Jahr“ der Uni Freiburg.


Ein Rückblick von Karolin Schmidt, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft



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Amtierender Rektor: Professor Hans-Jochen Schiewer.

Foto: Schilling

3:1 und damit ist jetzt in erster Linie kein Fußballendstand gemeint, wobei dieses Ergebnis an sich durchaus zu Freiburg passen würde, denn, wie allgemein bekannt, ist die Uni ja in Sachen „Champions League“ (Zitat Alt-Rektor Jäger) ganz vorne mit dabei.

Wollen wir hoffen, dass es bei diesem Ergebnis bleibt. Sicher kann man allerdings nie sein, denn der Jurist Andreas Voßkuhle amtierte nur fünf Wochen als Rektor (April bis Anfang Mai), dann wurde er zum Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgericht berufen.

Sein Vorgänger, Politologe Wolfgang Jäger, war standfester und blieb 12 Jahre. Voßkuhles Nachfolger und aktueller Rektor, Mediävist Hans-Jochen Schiewer, leitete seit Juli kommissarisch, ab 1. Oktober 2008 als Rektor, die Universität Freiburg. Und so erklärt sich denn auch das 3:1: Drei Rektoren in einem Jahr.

Eine andere Lesart des Ergebnisses wäre: Ein Rektor in drei Amtsperioden – dass die Rede von Wolfgang Jäger ist, liegt auf der Hand. Ob es an einem gewissen Heimvorteil lag, dass er drei Amtsperioden inne hatte? Seine Herkunft der Schwarzwald liegt jedenfalls in der Nähe, was dialektal nicht zu überhören war.


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Nach fünf Wochen ans Bundesverfassungsgericht berufen: Professor Andreas Voßkuhle.

Foto: Schilling

Schiewer macht das 3:1


Wollen wir hoffen, dass Rektor Schiewer weder gefragt wird, ob er zum Außenminister oder zum Bundespräsidenten berufen werden möchte, denn das wären zwei Ämter, „die mich zum Grübeln bringen würden“, sagte Schiewer in einem „fudder“-Interview.

Kaum war Rektor Schiewer gewählt, kommentierte die Badische („Kritik an Rektorwahl“), die Stuttgarter („Freiburger Rektorwahl wirft Fragen auf“) und die Süddeutsche Zeitung („Zwischen den Stühlen – Turbulente Rektorwahl an der Universität Freiburg“) die Freiburger Rektorenwahl.

Auslöser war einerseits die Nachnominierung Schiewers – die Findungskommission hatte den amtierenden Vizerektor nicht für die Rektorwahl nominiert, aber laut Satzung kann die Kandidatenliste erweitert werden, wenn ein Mitglied des Universitätsrates dies wünscht.

Andererseits ließ der Vorsitzende des Universitätsrates, Horst Weitzmann, verlauten: „Vielleicht war die Universität Freiburg noch nicht reif für eine Frau“. Allerdings, sagte er weiter, sei es eine „Wimpernschlagentscheidung“ gewesen, die verhindert habe, dass die Spitzenkandidatin und Dekanin der Philologischen Fakultät Elisabeth Cheauré, nun doch nicht an der Spitze der Uni stehe.


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2008 nach 12 Jahren als Rektor verabschiedet: Professor Wolfgang Jäger.


Folgenreicher „Wimpernschlag“


So einfach jedenfalls nahm diese den Augenaufschlag nicht hin, kommentierte „Ich habe die Wahl nicht verloren, ich wurde verloren" und kündigte an, sich an das baden-württembergische Wissenschaftsministerium zu wenden, um die Wahl auf Richtigkeit hin überprüfen zu lassen. Dieses hatte jedoch „keinerlei rechtliche Bedenken“ zur Wahl.

Dass das Gleichstellungskonzept der Universität Freiburg, das kurz vor der Wahl im März 2008 verabschiedet wurde vor allem in der Öffentlichkeit an Glanz verloren hat, verwundert nicht.

Wäre es nun also fast zu einem 4:1 gekommen? Aus Schiewers Sicht nicht: „Den Status als gewählter Rektor sehe ich nicht gefährdet“ (fudder). Er hat Recht behalten, souverän alle Angriffe abgewehrt und der Uni Freiburg zu einem sicheren 3:1 verholfen.



















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