Der e-Prof
"Willkommen in Ihrem Postfach! Sie haben drei neue Vorlesungen." Diese Begrüßung beim morgendlichen Mail-Check ist zum Teil schon heute Realität. Und die neue Servicestelle E-Learning will der Uni noch ein paar nützliche Updates verpassen.
Von Peter Wieczorek, Jura
Eigentlich könnte man sich so manche Grundlagen-Vorlesung sparen. „Manche Inhalte verändern sich ja über die Zeit nur wenig, so dass man Teile von Grundlagenvorlesungen aufzeichnen und den Studierenden Online zur Verfügung stellen könnte.
Die Informatik tut das seit Jahren“, sagt Dr. Nicole Wöhrle, Leiterin der Servicestelle E-Learning. „In der Präsenzzeit im Hörsaal könnte der Professor oder die Professorin dann aktiv mit den Studierenden diskutieren, Fragen beantworten und Übungen zur Vertiefung machen.“
Neu: Die Servicestelle E-Learning
Vorlesungsaufzeichnung ist eines der Konzepte der neuen im Rechenzentrum angesiedelten Servicestelle E-Learning, die aus der jüngst aufgelösten Koordinierungsstelle für Neue Medien hervorgegangen ist und deren Aufgaben zum Teil übernommen hat.
Durch die neue Struktur ist viel Verwaltungsarbeit weggefallen. So bleibt mehr Zeit für die Kernaufgaben: Die Servicestelle berät bei Fragen rund um E-Learning, schult Dozentinnen und Dozenten in Workshops und stellt die nötige Hardware zur Verfügung.
Für die Download-Vorlesung etwa gibt es Leih-Computer mit einem Programm, das aufzeichnet, wie sich der Professor durch seine Folien klickt. Gleichzeitig speichert es den Ton. Das Ergebnis ist ein Film, bestehend aus den Folien und den Erläuterungen des Professors.
Dieses Angebot sei auch nützlich für Studierende, die akut oder chronisch krank seien, sagt Bettina Couné, Mitarbeiterin der Servicestelle: Sie müssten nicht zu jedem Vorlesungs-Termin zur Uni kommen, sondern könnten zu Hause am Computer lernen. Und wer Verständnisschwierigkeiten hat, kann so oft zurückspulen, wie er möchte.
Der Hörsaal am Schreibtisch
Nach der Heimarbeit geht's zurück ins Klassenzimmer – virtuell, versteht sich: Im ‚virtual classroom’ treffen sich Studierende Online mit dem Dozierenden, kommunizieren via Chat oder Mikrofon, begutachten Präsentationen oder schauen sich über eine Webcam in die Augen.
Das ist praktisch, wenn eine Expertin in Hamburg wohnt und vor ihrem 30-minütigen Gastvortrag nicht sechs Stunden im ICE sitzen will. Oder wenn der Professor sich gerade in New York aufhält und eigentlich Sprechstunde für Studierende ist. Virtuelle Klassenzimmer bietet die Servicestelle schon heute an.
„Man muss sich natürlich fragen: Inwieweit ist so etwas sinnvoll?“ betont Wöhrle. „Ein Angebot wird ja nicht allein dadurch besser, dass es Online stattfindet.“ Aus diesem Grund werden bei den Schulungen immer auch sinnvolle Anwendungsszenarien aufgezeigt und für konkrete Anlässe Beratungen angeboten.
Die meisten Dozenten haben ohnehin Anliegen, die leichter zu erfüllen sind: Wie richtet man auf dem Lernportal der Uni ein Forum ein, in dem die Studierenden über ein Seminar diskutieren können? Wie kriegt man es hin, dass alle Teilnehmer die Unterlagen zu ihren Referaten hochladen können? Wie programmiert man einen Online-Test?
Anregungen sind willkommen
Während manche Lehrende zunächst skeptisch reagieren, sind es oft die Studierenden, die Neuerungen durchsetzen: „Wer fächerübergreifend studiert, merkt, was im einen Fach getan wird und fordert das auch im anderen“, erklärt Wöhrle. „Die Neuerungen sollen ja vor allem den Studierenden zu Gute kommen. Deshalb müssen wir wissen, was sie wirklich brauchen. Wir sind dankbar für jede Anregung.“ Couné verweist auf den neuen Blog der Servicestelle: „Dort kann jeder seine Meinung zum E-Learning-Angebot sagen und Verbesserungen vorschlagen.“
Mehr Infos zur Servicestelle und einen Link zum Blog findet ihr unter http://www.rz.uni-freiburg.de/go/elearning
