Die UB zieht um!
Nun ist es sicher: Ab dem 22. September 2008 zieht die Universitätsbibliothek (UB) um. Was das für uns Studierende im Einzelnen bedeutet, wo wir dann ein ruhiges Fleckchen zum Lernen finden und ob das Bücherchaos über uns herein brechen wird, das erfahrt Ihr hier...
Von Stefanie Fehn, Spanisch, Spanisch, Italienisch, BWL
Nach 30 Betriebsjahren, überalterter Haustechnik und
raumklimatischen Mängeln ist es nun an der Zeit: Die UB wird general saniert.
Für diesen Zeitraum, der etwa vier Jahre beträgt, werden die
Bibliotheksfunktionen der UB in verschiedene Gebäude ausgelagert.
„Wir können
nur gestaffelt umziehen, um den Bibliotheksbetrieb nicht langfristig
aufzuhalten“, erklärt Bärbel Schubel, Leiterin der UB. Aus diesem Grund ziehen
die verschiedenen Abteilungen zeitversetzt um. Los geht es schon im März 2008, denn
da wird unter anderem die Verwaltung verlegt. Für uns Studierende wird es
während der vorlesungsfreien Zeit und nach den Staatsexamina ernst. Dann
schließt die UB ab dem 22.09.2008 die Pforten, um sie eine Woche später wieder an
zwei verschiedenen Orten zu öffnen.
„In diesem Zeitraum werden auch die Bücher
umziehen“, so Bärbel Schubel. Dabei werden diese in derselben Reihenfolge, wie
sie in den Regalen der „alten“ UB stehen, auf Bücherwagen geladen. Auf diesen
Wagen, die etwa 180 Bücher fassen, werden sie über Fahrstuhl und Rampe in einen
Transporter verfrachtet und in der „neuen“ UB in Empfang genommen. Dort müssen
sie wiederum in der gleichen Reihenfolge und im Regal mit der passenden
Signatur einsortiert werden.
Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten wurden bereits Regale am Computer simuliert, damit es am Ende nicht zu einem Chaos kommt. Als „neue UB im Doppelpack“ dienen dann die Stadthalle am Alten Messplatz (UB 1) und die Gebäude der ehemaligen Schluchseewerke in der Rempartstraße 10-16 (UB 2), neben der Mensa Hochallee. Weiter beherbergt die Werthmannstraße 14 bereits jetzt das Universitätsarchiv.
UB 1 ist die Stadthalle
In die UB 1, also in die 5300 qm große Stadthalle, ziehen Ausleihe,
Lesesäle, und die damit verbundenen Abteilungen. Weiter sind
Informationsangebot, Kompetenz- und Medienzentrum und die neueren
Freihandbestände der letzten 10 Jahre dort zu finden. Die Magazinbestände bleiben in den
Tiefgeschossen der „alten“ UB, um dann an die jeweilige Ausleihstelle geliefert
zu werden.
Um ausreichende Lernmöglichkeiten zu gewährleisten, bietet die UB 1
weiter den Service, Bücher aus den Tiefmagazinen in der Stadthalle auszuleihen.
Dort werden auch im Tiefgeschoss die Freihandbestände der letzten zehn Jahre
durch einen Deckendurchbruch zugänglich sein. In der Hallenmitte wird ein zirka
400 qm großes Stahlpodest aufgebaut, das Platz für 190 Leseplätze bietet und
eine Verbindung zur Empore darstellt. Diese wird umgebaut, um ebenfalls
Leseplätze zu beherbergen.
Geplant sind in dem mit W-Lan ausgestatteten Gebäude
650 Arbeitsplätze und 150 Computerarbeitsplätze. Weiter werden in der
ehemaligen Gaststätte „Freiburg Bar“ zirka 100 Gruppenarbeitsplätze und ein
Automatencafé eingerichtet. Insgesamt sollen in der Stadthalle 900
Arbeitsplätze entstehen. Zum Vergleich: Die „alte“ UB hat insgesamt 1200
Plätze, „das heißt, es werden etwas weniger sein,“ so Bärbel Schubel.
Dafür wird es einen 24-h-Service geben. Dieser beinhaltet, dass zwar Beratung und Ausleihe abends und am Sonntag schließen, die Studierenden aber das Lesesaalangebot der UB durchgehend nutzen können. So wird ab 20 Uhr ein Wärter anwesend sein, während der fleißige Studierende mit seiner Unicard das Gebäude betreten kann, um sich dort für die Prüfungen vorzubereiten. Wer dann von der „geistigen Nahrung“ genug hat, und wem die sieben Minuten mit der Straßenbahn in die Innenstadt zu lang sind, der kann in der Mensa der Musikhochschule oder PH essen gehen. Weiter gibt es neben der UB 1 das Einkaufszentrum ZO.
UB 2 ist die Rempartstraße 10-16
Die UB 2 in der Rempartstraße 10-16 bietet mit ihren 2700 qm
Nutzfläche, neben Schulungsräumen, ab Ende September die Rara- und Sonderbestände
des Sonderlesesaals. Die zentrale Leihstelle ist in ihrem Rückgebäude
eingegliedert, darunter Aus- und Rückgabe der Fernleihe.
Verwaltungsbereich, New Media Center und das UB-Rechenzentrum werden auch dort zu finden sein. Wegen der Neustrukturierung ist ein Info-Chat mit Bibliotheksmitarbeitern sowie eine Info-Telefon-Linie von der UB 1 zur UB 2 angedacht. Hilfe für den orientierungslosen Studierenden gibt es aber auch auf der Homepage und auf Info-Blättern, die in UB 1 und 2 ausliegen werden.
Die neue UB wird durchsichtiger
Die Kosten für die Auslagerung betragen zirka vier Millionen
Euro. Nach dem Umzug, ab Oktober 2008, beginnt die Demontage der „alten“ UB.
Insgesamt ist eine Bauzeit von 4 Jahren geplant. Die Baukosten liegen bei circa
43 Millionen Euro. In dieser Zeit wird der alte Bau verkleinert, die Balkone
werden entfernt. „Es werden glatte, überwiegend schräge Flächen entstehen,“
erklärt Bärbel Schubel.
Von außen wird das Gebäude mit einem großen Anteil an Glas und Aluminium durchsichtiger sein. Unter anderem wird ein neues Lüftungssystem für eine bessere Luftzufuhr sorgen. „Wir werden ein völlig neues Raumklima bekommen.“ So könne man in dem neuen Gebäude unter anderem die Aluminiumelemente öffnen. Ab 2012 heißt es „Rückzug“. Dann soll die „alte“ UB mit „einem neuen Gesicht“ als komplett saniertes Gebäude wieder bezogen werden. „Das ist einmalig in der Geschichte, dass eine Bibliothek dieser Größenordnung in ein wesentlich kleineres Provisorium umzieht, um dann nach mehreren Jahren wieder zurück zu ziehen!“ meint Bärbel Schubel.
Antwort auf alle Fragen rund um den Umbau gibt es auf der
Homepage der UB unter www3.ub.uni-freiburg.de/index.php?id=2456
