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Alternative Therapien bei Heuschnupfen

Die Nase läuft, die Augen jucken und manchmal sogar Asthmaanfälle. Circa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung kennen diese Symptome, sie leiden an Heuschnupfen. Die Schulmedizin lindert die lästigen Symptome mit Antihistaminika und Kortisonpräparaten. Wer ohne Nebenwirkungen die Ursachen bekämpfen will, findet Alternativen im Uni-Zentrum Naturheilkunde des Universitätsklinikums.


Von Wibke Hartleb, Chemie


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Wer unter Heuschnupfen leidet ist froh,
wenn Hilfe auch ohne
Nebenwirkungen möglich ist.

Foto: PantherMedia/ B. Leitner

„Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Allergenen, meistens Proteinen, die zu einer Überreaktion des Immunsystems führt“, erklärt Dr. Roman Huber, Leiter des Uni-Zentrums Naturheilkunde. Nicht allen helfen Antihistaminika und Kortisonpräparate um die lästigen Symptome zu lindern.


Linderung durch Akupunktur


Dr. Ute Prestel, Leiterin der Umweltmedizinischen Ambulanz am Institut für Umweltmedizin & Krankenhaushygiene, behandelt Heuschnupfen-Patienten mit Akupunktur. „Viele, die zu uns kommen, haben schon alles ausprobiert, aber nichts hilft.“ Bei akuten Beschwerden setzt sie eine „augmentierte“ Akupunktur ein, eine einmalige Akupunktur mit elektrischer Stimulation.

Nach der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) liegen die für Erkältung und Heuschnupfen verantwortlichen „Windpunkte“ neben der Halswirbelsäule. Auf die beiden empfindlichsten Punkte im Nacken, die lokal betäubt werden, setzt sie jeweils eine Akupunkturnadel, die nacheinander kurz elektrisch stimuliert werden. Dass die Behandlung schmerzfrei ist, bestätigt ein Patient: „Es kribbelt nur kurz.“ Prestel rät, „in den ersten Tagen der Beschwerden zu kommen, sonst ist es zu spät.“ Nach der einmaligen Akupunktur sind 70 Prozent der Patienten für vier bis sechs Wochen heuschnupfenfrei. „Einige merken sofort, dass ihre Nase frei wird, andere erst nach ein paar Tagen.“


Vorbeugung mit chinesischer Medizin


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Sieht unangenehm aus, tut aber nicht weh.

Die augmentierte Akupunktur lindert in vielen Fällen
die Symptome von Heuschnupfen -
ohne Nebenwirkungen.

Foto: Wibke Hartleb

Zur Vorbeugung empfiehlt Prestel die konventionelle Körperakupunktur nach TCM, zu der meist mehrere Sitzungen, am besten im Herbst oder Winter, nötig sind. Die Akupunktur lässt sich mit chinesischen Kräutern, z.B. als Tee aufgekocht, ergänzen.


Günstige Alternative: Naturheilverfahren


Ihr Kollege Huber behandelt Heuschnupfen-Patienten mit einem Extrakt der Pestwurz. „Eine Studie bei Erwachsenen hat gezeigt, dass dieser Wirkstoff genauso gut und schnell wirkt wie ein Antihistaminikum, aber ohne müde zu machen“. Zur Vorbeugung und in der akuten Phase - allerdings nur bei leichteren Beschwerden - setzt er ein Präparat aus Zitrone und Quitte ein. „Zur Vorbeugung sollten Pollenallergiker dieses Präparat ein bis zwei Wochen vor der beginnenden Saison anwenden, als Nasensalbe oder subkutan unter die Haut gespritzt“.



Probiotika reizen das Immunsystem

Was viele nur aus dem Joghurt kennen, bewährt sich auch in der Vorbeugung von Heuschnupfen: Probiotika. „Wir setzten probiotische Präparate bei Erwachsenen, die unter Heuschnupfen leiden, in der Nase ein.“ Das Prinzip: „Probiotika stellen unspezifische Reize für das Immunsystem dar. Man löst also einen allgemeinen Reiz aus, um den spezifischen Reiz, wie den durch Pollen, abzuschwächen.“ Zwar gibt es bisher nur Studien, die die vorbeugende Wirksamkeit bei Kleinkindern, im Säuglingsalter und während der Stillzeit belegen, aber laut Huber gibt es „auch bei Erwachsenen gute Erfahrungen.“ Neben der guten Verträglichkeit sieht Huber einen Vorteil dieser Therapie-Form in den niedrigen Kosten: „Mit etwa 12 Euro kommt man eigentlich eine Saison aus“.


Kosten

Die einmalige augmentierte Akupunktur im Naturheilkunde-Zentrum kostet 50 Euro, eine konventionelle Akupunktur 46,92 Euro pro Sitzung. Bei Heuschnupfen werden beide bisher nicht von den Krankenkassen übernommen. Tabletten mit dem Extrakt der Pestwurz und probiotische Präparate gibt es auf Rezept beziehungsweise nach ärztlicher Rücksprache in der Apotheke.


Den Kontakt und weitere Informationen zum Naturheilkunde-Zentrum findet Ihr unter www.uni-zentrum-naturheilkunde.de






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