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Frauen, vernetzt Euch!

Dass Frauen bei ihrer beruflichen Karriere oft von Männern überholt werden, ist nichts Neues. Dagegen anzugehen aber etwas Grundlegendes. Diesem Ziel hat sich futura mentoring verschrieben. Das Frauennetzwerk möchte Studentinnen der Uni Freiburg beim Studium und beim erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben unterstützen...

 

Von Stefanie Fehn, Spanisch, Italienisch, BWL


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Studentin trifft Mentorin: Austausch und Vernetzung stehen im Vordergrund bei futura mentoring.

„Ich habe vor zehn Jahren eine Evaluation über den Verbleib von Absolventinnen durchgeführt,“ erklärt Linda Steger, eine der beiden Mitarbeiterinnen von futura mentoring. „Das Ergebnis war, dass Absolventinnen länger brauchen, um einen Arbeitsplatz zu finden, dass sie häufiger Kompromisse bei der Arbeitsplatzwahl eingehen und dass ihre Einstiegsgehälter niedriger sind als die ihrer männlichen Kollegen. Frauen haben aber im Durchschnitt bessere Abschlüsse.“

Um gegen Ungerechtigkeiten wie diese anzugehen hat die Universität Freiburg das Frauennetzwerk futura mentoring gegründet. Seit Februar 2008 arbeiten Linda Steger und Dr. Sabine Büchler für das Netzwerk. „Die Idee dafür ist in Zusammenhang mit der Exzellenzinitiative entstanden“, erklärt Sabine Büchler. futura mentoring ist ein Pilot-Mentoring-Projekt für Frauenförderung.

Die Fakultäten Theologie, Rechtswissenschaft, Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaften, Biologie, Mathematik und Physik, Angewandte Wissenschaften, Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften waren begeistert von der Idee, bei dem Projekt mitzumachen und eine Kontaktperson zu stellen. Diese informiert über das Mentoring-Programm und spricht die Studentinnen in den Veranstaltungen direkt an. „Es gab aber auch Bewerbungen von Studentinnen an nicht teilnehmenden Fakultäten, was zeigt, dass der Bedarf überall vorhanden ist“, meint Sabine Büchler.


Erfahrungs-Austausch im "Peer-Mentoring-Programm"


Die teilnehmenden Studentinnen, die sogenannten „Mentees“, unterteilen sich in zwei Gruppen. Die erste umfasst Studienanfängerinnen der naturwissenschaftlich-technischen Studiengänge, der sogenannten „MINT“-Fächer. Sie werden in einem „Peer-Mentoring-Programm“ betreut. Das heißt, dass Studentinnen höherer Semester mit ihnen über frauenspezifische Erfahrungen im männerdominierten Studium sprechen und sie bestärken. „Besonders in den „MINT“-Fächern sind Frauen oft alleine und können sich meist nicht mit dem männlichen Denkschema des Faches identifizieren“, erklärt Linda Steger. Durch das Mentoring-Programm können sich die Studentinnen mit den Erfahreneren austauschen. Die studentischen Mentorinnen können nun das weitergeben, was sie während ihres Studiums bei der Betreuung vermisst haben.


… und mit (berufs-)erfahrenen Mentorinnen


Die Mentees der zweiten, der Hauptzielgruppe, sind Studentinnen, in der Regel eines höheren Semesters, und Doktorandinnen aller Fächer. Für sie ist interessant, wie ihre beruflichen Möglichkeiten nach Studienabschluss aussehen, zudem bekommen sie durch die Mentorinnen, die alle im Berufslebens stehen, einen Einblick in den Berufsalltag, „also das, was nicht in Büchern steht,“ erklärt Linda Steger. „Gerade im Beruf werden die Beziehungen immer wichtiger. Umso höher man sich in der Karriereleiter befindet, umso isolierter ist man als Frau, und umso wichtiger ist das Netzwerk.“

Die berufserfahrenen Mentorinnen, die seit mindestens drei Jahren erfolgreich im Beruf stehen, arbeiten ehrenamtlich, ihre Beweggründe sind unterschiedlich. „Viele sagen, sie hätten sich so eine Betreuung auch während des Studiums gewünscht“, erklärt Sabine Büchler. Aber auch die berufserfahrenen Frauen profitieren von der Tandem-Erfahrung: Sie vernetzen sich, können sich durch die Coaching-Erfahrung weiterentwickeln und erwerben durch Kommunikationsseminare Führungskompetenzen. G

rundsätzlich bestehen die „Mentoring-Tandems“ jeweils aus einer Mentorin und einer Mentee, die Ziele für die Mentee vereinbaren. Das „one-to-one-mentoring“ läuft dabei ganz individuell ab. Das Tandem trifft sich alle sechs bis acht Wochen. Das kann zum Beispiel am Arbeitsplatz der Mentorin sein, wo die Mentee einen gesamten Arbeitstag mit ihr erlebt, was auch „shadowing“ genannt wird. Bei dem Austausch geht es vor allem darum, wie man sich als Frau im Studium oder in der Geschäftswelt behauptet, um Tipps und Tricks rund um die Bewerbung, aber auch um Familienplanung. „Frauen sind gerade in höheren Positionen benachteiligt. Im Management haben die meisten Frauen keine Kinder, die Männer schon“, so Linda Steger.


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Setzen sich für Frauenförderung ein: futura mentoring-Mitarbeiterinnen Linda Steger (links) und Dr. Sabine Büchler.

Foto: Stefanie Fehn

Start im Oktober


Beginn des Mentoring-Programms ist die Auftaktveranstaltung am 18. Oktober 2008. 60 Tandems lernen sich dann einen halben Tag lang kennen und bereiten sich durch einen Workshop auf ihre zukünftige Zusammenarbeit vor. Ziel ist auch, die Mentorinnen und Mentees unterschiedlicher Fakultäten zusammen zu bringen. „Der berühmte Blick über den Tellerrand steht im Vordergrund“, erklärt Linda Steger. Danach gibt es spezielle Mentorinnen- und Mentee-Workshops. Das Mentoring-Programm dauert 16 Monate. Am Ende gibt es eine Abschlussveranstaltung, bei der die Teilnehmerinnen noch einmal ihre Erfahrungen evaluieren. Parallel zu diesem Mentoring-Programm läuft ab Oktober 2009 ein neues an.


Vernetzungstreffen für alle Studentinnen


Auch für Nicht-Mentees sind für die Zukunft Vernetzungstreffen geplant, bei denen Frauen beispielsweise aus ihrem Berufsleben berichten und den Studentinnen erzählen, wie ihre individuelle Karriere verlaufen ist. „Vernetzung am Buffet“ soll Kontakte herstellen. Außerdem bietet futura mentoring Weiterbildungen an. Zusammen mit dem ZfS und dem Career Center wird das Netzwerk Seminare mit „Gender-Blick“, Interviewtraining für Frauen bei Bewerbungen sowie eine virtuelle Vernetzungsplattform anbieten.


Interesse?

Ob in Eurer Fakultät noch Plätze frei sind, erfahrt Ihr über die Kontaktperson an Eurer Fakultät. Informationen dazu sowie zum Angebot von futura mentoring findet Ihr unter www.mentoring.uni-freiburg.de oder schreibt eine E-Mail an: futura@mentoring.uni-freiburg.de




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