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Lust auf Leben

Liebeskummer, Ängste, Sorgen, Überforderung: Rund 1.500 E-Mails pro Jahr landen im Online-Postfach von U-25. Hier beraten junge Leute ehrenamtlich suizidgefährdete Jugendliche- per E-Mail . Ab Oktober sucht das Team Verstärkung! Interesse mitzuarbeiten?


Von Rimma Gerenstein, Germanistik, Anglistik, Geschichte


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U-25 bietet suizidgefährdeten Jugendliche Online-Beratung an.

Bild: U-25


Willkommen im Online-Zeitalter: Die Bücher per Mausklick in den Einkaufswagen, die Miete kurz vor Monatsende mit Online-Banking überweisen und sich schnell mal für Seminare und Kurse auf der Uni-Homepage anmelden – aber suizidgefährdete Jugendliche per E-Mail beraten? Kein Problem für U-25, einer Initiative des Fachverbands für Prävention und Rehabilitation der Erzdiözese Freiburg e. V., mit dem die Uni seit langer Zeit kooperiert.

Seit 2002 kümmert sich ein junges Team um die Probleme ebenso junger Leute. „Peer-Beratung“ heißt die Methode, bei der 15- bis 25-jährige Gleichaltrigen zur Seite stehen - laut U-25-Leiterin Daniela Ball ein entscheidender Grund für den Erfolg des Projekts. Als Jugendlicher stelle man sich unter „Beratung“ meist einen Mittfünfziger mit Hornbrille vor. „Wenn die Berater und die Klienten aber die gleiche Lebenswelt haben, sind sie viel näher an den Erfahrungen dran“, sagt die Sozialpädagogin.

Ob Liebeskummer, Ängste, Sorgen oder ein generelles Gefühl von Überforderung: Aus ganz Deutschland landen rund 1.500 E-Mails pro Jahr im Online-Postfach von U-25. Eine positive Entwicklung, denn suizidgefährdete Jugendliche kappen nach und nach die Kontakte zur Außenwelt: „Wenn sich aber jemand bei uns meldet und uns seine Probleme mitteilt, ist das ein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass der Mensch noch immer etwas vom Leben will“, erklärt Daniela Ball.  Als „Schnittstelle“ zwischen Berater und Klient sorgt sie dafür, dass jede Anfrage weitergeleitet, überprüft und beantwortet wird.

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Daniela Ball und Stephanie Herr (rechts) sind im Team von U-25.

Foto: Rimma Gerenstein

Arbeiten im Team

Doch so ganz auf sich selbst gestellt ist das 20-köpfige Team nicht: Bevor sie sich vor dem PC als E-Mail-Berater um suizidgefährdete Jugendliche kümmern, gibt es eine Ausbildung. Nach den psychologischen und theoretischen Grundlagen geht es ans E-Mail verfassen und analysieren: Was sind die Probleme? Welche positiven „Ressourcen“ stehen zur Verfügung? Und was lässt sich zwischen den Zeilen herauslesen?

Die Arbeit im Team steht bei U-25 im Mittelpunkt. In „Supervisionsgruppen“ treffen sich die E-Mail-Berater regelmäßig mit Sozialpädagogen, um sich über ihre Fälle auszutauschen - schließlich ist die Beratung Suizidgefährdeter kein lockerleichter Zeitvertreib.

Das ist auch Stephanie Herr bewusst. Über ein Praktikum kam die 16-jährige Schülerin zu U-25 und ist seit einem dreiviertel Jahr als E-Mail-Beraterin dabei. Aber verunsichern oder vom ernsten Thema abschrecken lässt sich die Schülerin nicht: „Wir können nicht die Verantwortung für unsere Klienten tragen“, sagt Stephanie. „Wir können sie aber ein Stück durch die Krise begleiten, ihnen Ratschläge und Tipps geben.“ Dass man aber trotz aller Bemühungen niemanden „zum Leben zwingen kann“, darüber sind sich Daniela Ball und Stephanie Herr einig.



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U-25 sucht interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bild: U-25

Mitmachen!


Neue Beraterinnen und Berater gesucht!

Ab Oktober bietet U-25 kostenlose Ausbildungskurse zum E-Mail-Berater an, die im 14-Tage-Rhythmus stattfinden und über sechs Monate laufen. Psychologische oder pädagogische Vorkenntnisse müsst Ihr nicht mitbringen – allerdings ein Interesse an Menschen, Offenheit fürs Thema und Lust auf Teamarbeit. Und damit alles mit rechten Dingen zugeht, müsst Ihr, wie es der Name schon sagt, unter 25 Jahre sein.

Kontakt


Bei Interesse könnt Ihr Euch bei Daniela Ball, Telefonnummer 0761 / 33388, oder per E-Mail unter info@u25-freiburg.de melden.

Alle weiteren Infos über U-25 findet Ihr auf der Homepage.




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