Kinopreis für den aka-Filmclub
Der erste Versuch? Ein Treffer! Der aka-Filmclub hat sich zum ersten Mal für den Kinopreis des Deutschen Kinemathekenverbunds beworben und wurde ausgezeichnet. Was der aka ist, macht und wo die Kinopreis-Party (vormerken!) statt findet, erfahrt Ihr hier.
Von Karolin Schmidt, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Skandinavistik
Den dritten Preis in der Kategorie „Städte mit 130.000 bis 250.000 Einwohnern“ gab es für den Akademischen Filmclub, kurz aka, vom Deutschen Kinemathekenverbund. Besonders die „sehr eigene Perspektive“ auf Filme und Filmreihen und die spezifische Auswahl wurden von der Jury gelobt.
Mit letzterem sind Filmreihen wie die vom Sommersemester gemeint; „NS-Filmpropaganda“, ein besonders sensibles Thema, das mit Vorträgen, von beispielsweise Historikern, begleitet wurde, stand auf dem Spielplan. In diesem Rahmen wurden unter anderem die Filme „Kolberg“ und „Die goldene Stadt“ gezeigt.
Themenreihen, Einzelfilme beim aka
Dass der aka dabei auch aktuelle, gesellschaftliche Themen einbezieht, war ein weiterer Punkt, der den Freiburgern zum Sieg verholfen hat. Unter diesem Stern arbeitet der aka unter den Vorsitzenden Christoph Becker und Biljana Jakovljevic weiter: Das Programm des kommenden Semesters beinhaltet wie immer Themenreihen und Einzelfilme, die die Mitglieder selbst aussuchen.
„In unseren Versammlungen werden Filme und Ideen für thematische Reihen vorgeschlagen und die Vorschläge, die die meisten Stimmen erhalten, werden dann genommen“, erklären Hinnerk Feldwisch, einer der Verantwortlichen des Akademischen Filmclubs, und Christoph Becker. Im kommenden Semester gibt es beispielsweise eine Kooperation mit dem Studium generale zum Thema „Moderner Protestantismus“, in der Filme aus protestantischer Sicht beleuchtet werden.
Am 10. Dezember dieses Jahres findet beispielsweise eine Podiumsdiskussion zum Thema „Filmkunst und Protestantismus - Zeitgenössische Kinofilme aus protestantischer Sicht“ statt, zu der unter anderen auch Jens Jessen von der „Zeit“ kommen wird.
In dieser Reihe werden Filme wie „Caché“ (Michael Haneke), „Breaking the Waves“ (Lars von Trier) und der Dokumentarfilm „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ (Volker Koepp) gezeigt.
Darüber hinaus wird es in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ethik und Geschichte in der Medizin Vorführungen zum Themenkomplex „Neuroethik“ geben:
„Wie Handschuhe voll Sand“ (Reinhild Dettmer-Finke), „Licht im Dunkeln“ (Arthur Penn) und „Schmetterling und Taucherglocke“ (Julian Schnabel), um nur einige zu nennen, behandeln jeweils Menschen, die an ausgeprägten, körperlichen Beeinträchtigungen leiden, aufgrund derer sie sich eine eigene, nicht gesellschaftsskonforme (Über)Lebensstrategie aufbauen.
Außerdem wird am 8. Januar 2009 Leni Riefenstahls Propaganda-Film „Triumph des Willens“ aus der Themenreihe „NS-Filmpropaganda“ des letzten Semesters nachgeholt. Eine Einführung wird Dr. Heinrich Schwendemann vom Historischen Seminar geben.
Namhafte Regisseure besuchen die Filmvorführungen
Das Besondere am aka ist, dass er drei bis viel Mal pro Woche Filme zeigt: „Das gibt es nicht oft in Deutschland“, bemerkt Feldwisch. Selbst viele kommunale Kinos könnten diesen Umfang nicht anbieten. „Im Vergleich zu vor 50 Jahren sind vier Vorstellungen pro Woche nicht viel“, meint Becker.
Seit der Gründung 1957 - genau der aka feierte letztes Jahr seinen 50. Geburtstag - hätte es oft zwei Filmvorführungen pro Abend gegeben. Aber spätestens seit den 80er Jahren musste sich der aka neu definieren - die Legitimation, Filme massentauglich vorzuführen, war nicht mehr mit den erschwinglichen Fernsehgeräten zu vereinbaren.
In dieser Zeit entstand das Konzept der Filmreihen mit wissenschaftlich-intellektuellem Anspruch, der durch Vorträge, Filmwissenschaft und -geschichte oder anschließenden Diskussionen untermauert wird. Zur Authentizität der Diskussionen tragen nicht zuletzt namhafte Regisseure wie Sönke Wortmann, Esther Schapira und Kathrin Rothe bei, die auf Einladung des aka nach Freiburg gekommen sind.
Im kommenden Jahr werden die Regisseurinnen Reinhild Dettmer-Finke („Wie Handschuhe voll Sand“) und Agnes Handwerk ("Wolfgang Döblin – Ein Mathematiker wird wiederentdeckt") beim aka zu Gast sein.
Infos zum Thema „Moderner Protestantismus“, das der aka gemeinsam mit dem Studium generale präsentiert, gibt es hier.
Mitmachen?
Wer den aka kennen lernen und gerne mitarbeiten möchte, kann sich per E-Mail informieren oder einfach zu den Treffen kommen, die während des Semesters immer am ersten Montag um 19 Uhr im aka-Büro in der Rheinstraße 12 stattfinden. Alles rund um den aka (Vorstellungen, Mitgliedschaft usw.) findet Ihr unter www.aka-filmclub.de. Man kann sich dort sogar per E-Mail an Filme erinnern lassen.
Kinopreis-Party
Am Freitag, den 14. November 2008, gibt es anlässlich des Kinopreises eine Party im Peterhofkeller.
Beginn: 22 Uhr. Davor werden die neuesten Eigenproduktionen „Die Klausur“ und „Anthropos“ gezeigt (HS 2006) - Eintritt für Film und Party insgesamt 1,50 Euro. Ihr seid herzlich eingeladen!
