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Größer, grüner, ruhiger

Nicht nur die UB wird 2009 zur Großbaustelle, sondern auch der „Platz der Weißen Rose“. Allerdings soll die Umgestaltung des Platzes vor dem Cafe Europa schon Ende des Jahres 2009 abgeschlossen sein. Dann wird der Platz größer, grüner und frei von Lieferverkehr. Mit Entwurfsplan.


Von Wibke Hartleb, Chemie


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Der "Platz der Weißen Rose" erinnert an die Münchner Gruppe "Weiße Rose", die zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief.

Foto: Uni-Bauamt

„Der Auslöser für die Baumaßnahmen am „Platz der Weißen Rose“ ist eine Spende des Verbandes der südbadischen Bauwirtschaft zum 550-jährigen Bestehen der Uni im letzten Jahr“, erklärt Projektleiter Rainer Thurau vom Universitätsbauamt (UBA). Universität und UBA hatten schon in den 1990er Jahren vor, Umbauten am „Platz der Weißen Rose“ vorzunehmen. Damals scheiterte das Vorhaben jedoch an der Finanzierung.

Mittlerweile sind Instandsetzungsarbeiten an der Tiefgaragendecke notwendig geworden, die unter dem Platz liegt. Im Zuge der Instandsetzung wird der Platz dann umgebaut.


Neuer Platz auf altem Grund


Der Entwurf für die Umgestaltung stammt von dem Landschaftsarchitekten Volker Harbauer und sieht vor, die Gesamtfläche zu vergrößern. Dazu wird die gepflasterte Fläche in Zukunft rechteckig und der Außenbereich des Cafés Europa wird erweitert. Für mehr Sitzgelegenheiten sorgen Betonblocks mit Holzsitzauflage.

Außerdem können sich die Fahrradfahrer unter Euch voraussichtlich auf Fahrradüberdachungen freuen. Den Mittelpunkt des Platzes wird ein beleuchteter Brunnen mit Wasserspiel bilden. Ein neues Beleuchtungskonzept sieht außerdem in den Boden eingelassene Leuchtelemente vor, die die Gehrichtung quer über den Platz aufnehmen.

Wer Angst hat, das Grün würde verschwinden, den beruhigt Thurau. „Zwar werden Bestandsbäume gefällt, dafür wird es aber viele neue, kleinkronige Bäume wie zum Beispiel Kirschbäume geben.“ Und auch an die Geschichte der „Weißen Rose“ ist gedacht (Info zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ am Ende des Textes).

Die Plakette zum „Platz der Weißen Rose“ soll in Zukunft besser sichtbar sein und „symbolisch werden Weiße Rosen an einigen Treillagen, also an Rankgerüsten, hoch ranken“.


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Besonders an sonnigen Tagen ein beliebter Treffpunkt:
Der "Platz der Weißen Rose".

Foto: Uni-Bauamt

Bauen für mehr „Aufenthaltsqualität“


Bevor Ihr den „neuen“ Platz nutzen könnt, kommen erst mal die Baumaschinen. Wenn es im ersten Quartal 2009 losgeht, wird zunächst die Südseite abgeräumt und die Dichtungen der Tiefgaragendecke erneuert, bevor die Flächen bebaut werden können. Danach kommt dann die Nordseite dran. So wird der Fußgängerverkehr nicht komplett behindert. Das Universitätsbauamt erwartet, dass die Bauarbeiten bis Ende 2009 dauern werden.

Der meiste Lärm wird durch die Baumaschinen entstehen und „das Verrütteln wird laut. Aber wir werden versuchen, den Lärm und Staub auf ein Minimum zu reduzieren“, beteuert das Bauamt. „Die vorlesungsfreie Zeit reicht uns leider nicht aus.“

Die Vorteile des umgestalteten Platzes sieht das Universitätsbauamt in einer „höheren Aufenthaltsqualität, vor allem durch die Sitzbänke, Fahrradüberdachungen und mehr Grün“. Außerdem wird der Platz zukünftig von Lieferverkehr freigehalten. Problematisch sei schon jetzt das „Müllproblem“ aufgrund der starken Nutzung. Man hofft für die Zukunft, dass „die Leute mehr Anstand zeigen werden“.



Entwurfsplan

Wie der Platz zwischen KG I, II und III nach der Umgestaltung aussehen soll, seht Ihr hier. Vorschläge der Studierenden und mehr „Grün“ fanden Berücksichtigung.



INFO - Die „Weiße Rose“

Hinter der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ stehen die Münchner Studierenden Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und der Professor Kurt Huber. Sie verbreiteten zwischen Juni 1942 und Februar 1943 sechs Flugblätter in unterschiedlichen Auflagen, in denen sie die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufriefen.

Als die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 das sechste Flugblatt in der Münchner Universität verteilten, wurden sie dabei beobachtet und an die Gestapo ausgeliefert. Sie wurden vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet - gemeinsam mit Christoph Probst. Auch Graf, Schmorell und Huber wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.



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