Es wird kuschelig
UB weg, Bücher weg. Wenn das mal alles wäre. Es kommt hinzu: UB weg, Seminarräume weg. Und, nicht zu vergessen: UB weg, Platz für Gruppenarbeit weg. Klar ist jedenfalls: Der Bunker wird uns fehlen. Denn dieses Semester wird's eng.
Von Peter Wieczorek, Jura
nicht so leicht zu finden.
„Das Problem ist ja nicht erst seit gestern bekannt. Seit Jahren weiß die Uni, dass die UB saniert werden muss und dann die Übungsräume für Geisteswissenschaftler und die Gruppenarbeitsflächen wegfallen. Und, so versichert Bernhard Arnhold, der Leiter der Stabsstelle für Bauplanung und Raummanagement der Uni, es wird auch nicht erst seit gestern dran gearbeitet.
Seit mehreren Jahren schafft die Uni neue Übungsräume: Der Peterhof hinter dem KG II steht seit ein paar Jahren für Kurse zur Verfügung, die Forstfakultät hat zusätzliche Unterrichtsräume erhalten. So konnten die beiden Hörsäle in der Alten Uni der Zentralen Hörsaalvergabe zusätzlich zugewiesen werden.
In der Universitätsstraße wurden auch Räume angemietet. Aber dann kamen die Bachelor- und Masterstudiengänge mit ihrem Kleingruppen-Konzept dazwischen: Weil kleinere Gruppen bedeuten, dass mehr Räume nötig sind, waren die neuen Hörsäle schon bald wieder ausgebucht – und die Räume in der UB dazu. Dass im Institut für Europäische Studien in der Werthmannstraße noch ein weiterer Raum gemietet wurde, fiel da kaum ins Gewicht.
Tor statt Container
Wie schwer es ist, in Freiburg einen leeren Raum zu finden, weiß jeder, der schon mal eine WG gesucht hat. Dieter Stuhlinger, der stellvertretende Leiter der Stabsstelle, suchte gleich mehrere. Dass sich eine Lösung fand, war "ein Glücksfall, sag ich jetzt mal." Die Uni konnte drei Stockwerke des Breisacher Tors anmieten, das gerade restauriert wird und direkt beim Unizentrum liegt: Rempartstraße/Ecke Gartenstraße, an der Mensa vorbei die Straße runter. Dort wird es 14 Übungsräume geben.
neuen Übungsräume in der Rempartstraße
bezugsfertig sein.
Der Haken an der Sache: Bezugsfertig sind sie erst im April oder Mai 2009.
"Wir drängen darauf, dass wir sie zu Beginn des Sommersemesters nutzen
können", erklärt Stuhlinger und versichert: "Wir haben alle
Möglichkeiten geprüft. Bis hin zu Schnellbauten in den Innenhöfen."
Solche Container waren allerdings keine Alternative: Zu dünne Wände, vibrierende Böden, hohe Heizkosten. Und außerdem nicht schneller zu bekommen als das Breisacher Tor. "Zum Wintersemester wird's erstmal eng", räumt Stuhlinger ein. Aber: Wenn die Räume fertig sind, ist der Verlust der UB mehr als ausgeglichen.
Lerngruppen in die Kollegiengebäude
Treffpunkt der Lerngruppe: UB, 3. Stock, die Empore über dem
Eingangsbereich – die Zeiten sind vorbei. Gruppenarbeit ist jetzt bei der neuen
UB 1 in der Stadthalle möglich, und zwar in der ehemaligen Freiburg-Bar. Die
ist natürlich kleiner als die Galerie in der UB. "
Wir hoffen, dass jetzt
viele Studierende zur Gruppenarbeit in die Fachbereiche gehen", erläutert
Stuhlinger. Der Weg zur UB 1 lohne ja ohnehin nicht für ein Treffen zwischen
zwei Vorlesungen. Also haben die Raumplaner die Situation in den
Kollegiengebäuden verbessert: Auf der Galerie in der Bibliothekshalle des KG IV
sind die Tische jetzt mit Steckdosen für Laptops und mit WLAN ausgerüstet.
Ähnlich im deutschen Seminar. Und auch die Galerien des KG II (zwischen juristischem und VWL-Seminar) sollen noch mehr Tische bekommen. Außerdem wird es dort in Zukunft besseres Licht geben.
Natürlich wird das alles kein kompletter Ausgleich sein für unsere gute, alte UB - mit ihren undefinierbaren Teppichböden, ihrem komischen braun-grün überall und ihrer seltsamen Luft. Wer hätte gedacht, dass wir sie mal vermissen würden!
