Akträume im E-Werk
Diesmal geht es um Aktfotos. Die Studentengruppe "Zeitgenossen" startet in wenigen Tagen ein neues Projekt: Unter dem Titel "akträume" stellen sie im Freiburger E-Werk Fotografien des Studenten Markus Reck aus. Und diese Bilder zeigen, dass nackte Körper sogar als Tapetenmuster eine gute Figur machen können. Mit Fotogalerie.
Von Peter Wieczorek, Jura
Das erste Ausstellungsstück ist schon da. Während des Interviews sitzt die kuratorische Leiterin der "akträume", Fiona Hesse, auf einem alten Sofa, das für die Ausstellung neu bezogen wurde: Was zunächst wie ein Stoffmuster aussieht, das aus den 60ern oder 70ern stammen könnte, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als "Akttapete".
Hierfür wurde der Körper eines Aktmodells gespiegelt und zu einem zitronenförmigen "Aktornament" zusammengesetzt. Das so entstandene Modul ergibt in endloser Wiederholung die neue Tapete. "Ich bin immer begeistert, wenn ein weiteres Detail der Ausstellung fertig ist", sagt Fiona.
"Dieses Sofa zum Beispiel war eine spontane Idee: Manjana Möller, eine Freundin des Fotografen Markus Reck, erklärte sich auf unsere Anfrage sofort bereit, das Möbelstück mit dem Körpermuster zu beziehen."
Die Ausstellung "akträume" ist nach der Inszenierung des Theaterstücks "Todesvariationen" von John Fosse und der Organisation des Festivals "cum tempore" das dritte Projekt der "Zeitgenossen", zu denen bei diesem Projekt Fiona Hesse, Sebastian Böhm, Samuel Dangel, Johanna Meier und Daniel Tischer zählen. Mit Markus Reck kamen sie bereits bei ihrem ersten Projekt in Kontakt, als sie nach einem Motiv für Plakate und Flyer suchten.
"Unser eigenes Ding machen"
Die "Zeitgenossen" studieren alle an der Uni Freiburg und möchten ihr dort erworbenes theoretisches Wissen in der Praxis anwenden: Bis auf Johanna Meier, die im Hauptfach Literaturgeschichte studiert, sind sie alle angehende Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker. "Ich habe schon ein Praktikum bei einer Kuratorin gemacht", erklärt Fiona. "Das waren lehrreiche drei Monate, aber viel Verantwortung konnte ich nicht übernehmen. Umso mehr Spaß macht es jetzt, unser eigenes Ding durchzuziehen."
Und das bedeutet vor allem: Sehr viel Arbeit. Denn im E-Werk werden nicht einfach ein paar Bilder aufgehängt. Die "Zeitgenossen" haben Sponsoren gesucht, Pressearbeit gemacht, eine Homepage programmiert, sich mit Brandschutz-Bestimmungen herumgeschlagen, einen Ausstellungskatalog erstellt ("Der ist für Kunsthistoriker das wichtigste Medium", so Fiona), ein Begleitprogramm mit Musik des Tonkünstlers Farang und Performances organisiert.
Daneben haben sie sich natürlich auch um ihr Studium gekümmert. "Das ist schon eine krasse Belastung, man lernt ziemlich viel über Zeit-Management", sagt Fiona. "Zum Glück sind wir ein Team und können uns gegenseitig helfen."
Vernissage und Eröffnungsparty
Ob sich die Mühe gelohnt hat, wird sich übermorgen (15.1.) zeigen: Dann wird die Ausstellung um 19 Uhr mit einer exklusiven Vernissage für geladene Gäste eröffnet, im Anschluss gibt es ab 22 Uhr im E-Werk eine Eröffnungs-Party mit Live-Musik (Matou Noir) und DJ KRS, zu der jeder herzlich eingeladen ist.
Fotogalerie: Hier könnt Ihr Euch vorab schon einige Fotos der Ausstellung anschauen.
Das Wichtigste in Kürze:
Was: Ausstellung "akträume"
Wo: E-Werk, Eschholzstraße 77
Wann: Eröffnungsparty am 15.1.2008, 22 Uhr
Ausstellung von 16. Januar bis 15. Februar 2009
Do und Fr 16 – 20 Uhr
Sa und So 14 – 20 Uhr
Mehr: www.aktraeume.de
