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Baumreihen und neues Pflaster

Bauzäune, Bagger, Betonplatten: Seit Wochen begleiten die Bauarbeiten im Uni-Innenhof das Leben der Studierenden. Was passiert da eigentlich und bis wann wird wo gearbeitet? Hier kommen die neuesten Infos vom Universitätsbauamt. Und wir haben Euch gefragt: Wie geht Ihr mit dem Lärm um?

 

Von Doreen Fiedler, Linguistik und Neuere und Neueste Geschichte

 

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Hier kann es zur Zeit auch mal laut werden: Der 'Platz der Weißen Rose' wird umgestaltet.

Wenn der Innenhof im Frühjahr 2010 fertig umgebaut ist, wird er größer und gepflegter aussehen: Der Erdwall am KG I wurde bereits abgetragen, nun wird ein überdachter Fahrradabstellplatz errichtet.

Statt der alten Holzbänke stehen dann parallel zu den Gebäuden niedrige Sitzblöcke. Dazu werden neue Baumreihen gepflanzt und kastenförmig zugeschnitten, „um den Charakter des Platzes aufzunehmen”, sagt Karl-Heinz Bühler.


Brunnen = Podest für Redner


Der Leiter des Universitätsbauamtes freut sich besonders über einen etwa vier auf vier Meter großen Brunnen in der Mitte: „Das ist ein beleuchtetes Wasserspiel mit einem Rahmen aus Edelstahl. Der Brunnen kann außerdem als Podest für Redner dienen: Bei Bedarf wird das Wasser abgeschaltet, damit der Redner keine nassen Füße kriegt.” Im Boden eingelassene Lampen sollen vom Platz der Alten Synagoge, vom KG III und aus der Niemensstraße als Leuchtspuren zum Brunnen weisen.

Der Plan: Am Peterhof, wo Kanalarbeiten durchgeführt wurden, wird die Fläche bis Mitte Oktober wieder gepflastert. Die gerade offen liegende Südseite am KG I soll bis Anfang Dezember fertig sein, dann beginnt der Umbau der Nordseite am KG II. Zum Abschluss der Arbeiten muss der Durchgang zwischen KG I und KG II geschlossen werden, weil dort eine Abwasserleitung saniert wird. Im Frühjahr 2010 soll der gesamte Platz endlich wieder vollständig benutzbar sein.

 

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Baustelle vor dem Hörsaal: Bis Frühjahr 2010 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Seit zwanzig Jahren geplant

 

 „Der Platz liegt über der Tiefgarage und musste dringend saniert werden. Die schadhaften Fugen im Tiefgaragendach waren nicht mehr dicht, es hat durchgeregnet und wir mussten sogar Behältnisse zum Auffangen des Wassers aufstellen”, erklärt  Rainer Thurau vom Uni-Bauamt. Eigentlich habe man schon seit fast zwanzig Jahren sanieren wollen. „Wenn wir eine Neugestaltung machen, dann nicht nur die Oberfläche”, sagt Thurau.

In Zeitverzug könnten die Arbeiten nicht nur durch das Wetter geraten, sondern auch durch Klausuren: Im Sommer wurden die schweren Geräte mehrmals für die angehenden Juristen abgestellt. Auch in Zukunft werde man auf Prüfungen Rücksicht nehmen, sagt Bühler.

Wenn alles nach Plan läuft und nicht noch mehr unerwünschte Dinge wie geteerte Fugen mit belastetem Material gefunden werden, kostet der Umbau insgesamt 650.000 Euro. Etwa 70.000 Euro davon wurden in Form von Material und Bauleistung vom Verband der Bauwirtschaft Südbaden zum Uni-Jubiläum geschenkt.


Weiße Rosen am Platz der Weißen Rose


Begonnen haben die Bauarbeiten übrigens am 20. Juli 2009 – dem Tag, an dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg 1944 ein Attentat auf Hitler verübte. Das passt bei einem Hof, der eigentlich nicht Kontakthof oder Uni-Innenhof heißt, sondern Platz der Weißen Rose. Die Weiße Rose war der Name einer studentischen Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus in München. Zur Erinnerung werden an den Wänden des KG II zukünftig weiße Rosen ranken.

 

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Nach dem Umbau soll der Platz größer, grüner und ruhiger werden.

Fotos: SC

Gedanken stecken auch hinter der Pflasterung: Für die Granitplatten und -steine erhielt das Uni-Bauamt ein Angebot, bei dem die Firma nicht nachweisen konnte, dass das Material ohne Kinderarbeit hergestellt wurde. Also entschied man sich, lieber europäisches Material aus dem Elsass zu verwenden – für 25.000 Euro mehr. Die alte Pflasterung wird nicht weggeworfen, sondern an anderen Stellen der Uni eingesetzt.


Die alte Metallskulptur


Noch etwas Altes dürfen die Studierenden bald wieder bewundern: Die rostige hohe Metallskulptur, die einst auf der Mitte des Platzes stand, wird derzeit am Flugplatz zwischengelagert. Doch bald schon steht Berto Larderas „Historischer Rhythmus 9” aus dem Jahr 1969 wieder, diesmal in der Nähe des Peterhof.


Auch wenn der Platz der Weißen Rose einst fertig ist, bleibt die Innenstadt-Uni eine Baustelle. Dach und Turm am KG I werden saniert sowie Dach, Fassade und Fenster in der Werthmanstraße 4 auf Vordermann gebracht.

Während die Alu-Elemente an der Fassade des KG II bereits entfernt wurden, werden dort ab sofort etwa eintausend Fenster ausgetauscht. Allein durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung werden 24 Millionen Euro in insgesamt 17 Maßnahmen verbaut. Bald geht es auch der Betonaußenhülle der alten Universitätsbibliothek an den Kragen. Und dann legt die Stadt am Platz der alten Synagoge los.

 

Und so wird der Platz nach den Umbauarbeiten aussehen: Zur PDF

 

Umfrage: Was machst Du, wenn es (zu) laut wird? 

 

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Jella

Jella, 26, Jura


Ich habe fünf Jahre unbekümmert studiert – jetzt soll lieber überall auf einmal gebuddelt werden, dann ist es schnell vorbei. Wir setzen uns zum Kaffeetrinken trotzdem nach draußen auf die Wiese, schließlich sitzen wir keine drei Stunden hier.

 

 

 

 


 

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Stefano

Stefano, 26, Philosophie-Doktorand

Die Fenster der Philosophie-Bibliothek befinden sich nur zwei Meter über der Baustelle. Wenn es da richtig laut wird, gehe ich in die Bibliothek des Deutschen Seminars oder zu den Althistorikern. Außerdem herrscht der Lärm nur zu bestimmten Uhrzeiten – in diesen Stunden kann man etwas Anderes machen.

Man muss eben etwas Geduld und Hoffnung mitbringen: Jeder Fortschritt bedarf eines gewissen Unbehagens. Die Frage ist doch, ob es sich lohnt.

 

 

 

 


 
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Leo

Leo, 27, Jura

Ich komme aus Leipzig, dort wurde in der Innenstadt auch überall gebaut, deswegen kann ich die Bauarbeiten ganz gut ignorieren. Oropax rein, dann geht das. Wenn Wasser in die Tiefgaragen läuft, dann muss halt einfach saniert werden.

 

 

 

 

 

 


 

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Nina

Nina, 23, Medizin

Ich lerne sowieso zuhause. Und wenn wir nach der Mensa auf einen Kaffee entspannt im Innenhof sitzen, verdrängen wir das Baustellengatter und den Schutt und schauen das schöne alte Gebäude des KG I an. Den Lärm muss man einfach ertragen, denn danach wird es noch schöner.

 

 

 

 

 


 

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Max

Fotos und Umfrage: Doreen Fiedler

Max, 21, Philosophie und Geschichte

Der Lärm stört mich beim Lernen nicht. Ich lerne eh meistens im Café, denn wenn nichts mehr in den Kopf reingeht, dann kann ich herumschauen.


 

 

 

 

 

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