Gut kombiniert
Es gehört schon Mut dazu, auf Skiern eine 120 Meter große Schanze mit circa 90 Kilometern pro Stunde runter zu brettern. Der Freiburger Sportstudent Florian Schillinger kann das so gut, dass er bei der Universiade in China dafür zwei Medaillen bekommen hat.
Von Stefanie Griesser, Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Europäische Ethnologie und BWL
Florian Schillinger springt nicht nur als Skispringer mit großer Geschwindigkeit von hohen Schanzen, sondern beherrscht als Nordischer Kombinierer auch den Langlauf. Der Freiburger Sportstudent startete bei der 24. Winter-Universiade im chinesischen Harbin und kehrte mit zwei Team-Medaillen glücklich nach Hause zurück.
„Uns war klar, dass wir im Mannschaftswettbewerb große Chancen haben, da wir ein starkes Team sind“, berichtet Florian. So freut er sich mit seinen Teamkollegen Jens Kaufmann und Steffen Tempel über die Silbermedaille in der Nordischen Kombination und mit seinen Teamkollegen Nico Faller und Jörg Ritzerfeld über die Bronzemedaille im Skispringen.
Mit dem jeweils sechsten Platz im Einzelwettbewerb der Nordischen Kombination und beim Massenstartwettkampf ist der Sportler eigentlich auch zufrieden. Immerhin hatte er sich im letzten Winter dazu entschlossen, seine aktive Karriere zu beenden, um sich auf sein Bachelorstudium zu konzentrieren.
Für die Universiade machte Florian eine Ausnahme und nahm die Skier doch wieder vom Nagel. Optimal vorbereitet war er nicht, da das Training im letzten Jahr eher spärlich ausfiel.
„Als klar war, dass ich doch an der Universiade starte, habe ich mich natürlich so gut es geht darauf vorbereitet. Mir war schon bewusst, dass ich nicht die riesen Chancen habe, daher waren die Einzelergebnisse richtig gut. Ein wenig ärgert es mich natürlich, dass ich keine Einzelmedaille gewonnen habe. Es hat nicht viel gefehlt.“
Studium geht vor
Aber wieso die Karriere beenden, bei solch sportlichen Erfolgen? Leicht fällt es Florian nicht: „Es tut schon weh zu sagen, dass ich meine aktive Karriere beende. Ich habe schließlich mein ganzes Leben nichts anderes gemacht.“ Mit acht Jahren schnupperte er zum ersten Mal in das Training bei seinem Heimatverein SV Baiersbronn. Schnell war klar, dass Skifahren sein Ding ist. Mit seinem Wechsel auf das Ski-Internat in Furtwangen nach der zehnten Klasse wurde aus dem Hobby eine Profession.
„Es würde mich nach dem Erfolg in China schon noch mal reizen, das professionell zu betreiben. Aber andererseits steht jetzt mein Sportstudium im Vordergrund. Es ist auch einfach nicht realistisch, dass ich mit der Nordischen Kombination meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Das schafft vielleicht eine Handvoll Sportler, die über Jahre hinweg richtig erfolgreich sind“, erklärt der Nordische Kombinierer.
Ganz abgeschlossen hat er aber nicht damit: „Ich lasse es mir offen, denn es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Da sich die Trainingsgruppe und der Olympiastützpunkt in Freiburg befinden, habe ich die Möglichkeit, mit zu trainieren, wenn es das Studium zulässt. Die nächste Universiade findet in zwei Jahren in der Türkei statt. Dort möchte ich gerne wieder starten, wenn es meine Leistungen zulassen.“
Tolle Stimmung
Florian ist von den Weltspielen der Studierenden sichtlich begeistert: „Die Universiade war sehr beeindruckend und die Stimmung super. Das war ein Grund, warum ich dort unbedingt hinwollte. Ich habe im Vorfeld schon viel vom Flair der Universiade gehört. Eine Mischung aus sportlicher Leistung und Motivation, aber gleichzeitig eine sehr lockere Grundstimmung. Nicht so verbissen wie bei einer WM beispielsweise.“
Der 24-Jährige Sportstudent spricht aus eigener Erfahrung: er konnte schon bei einem Weltcup und einer Juniorenweltmeisterschaft internationale Erfolge feiern. Jetzt möchte er aber ganz ohne Leistungsdruck einfach mal so den Winter genießen: Denn seine Hobbies Ski und Snowboard fahren kamen bisher zu kurz.
Was ist die Winter-Universiade?
Die Winter-Universiade ist nach den Olympischen Spielen die weltweit größte Sportveranstaltung. Im zweijährigen Rhythmus treffen sich studentische Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt, um sich in 15 Disziplinen, wie zum Beispiel Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Nordische Kombination, Ski Cross und Snowboard zu messen.
Die 24. Winter-Universiade fand vom 18. bis 28. Februar 2009 im chinesischen Harbin statt. 2366 Studierende aus 44 Nationen nahmen in diesem Jahr teil, der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband schickte 22 Aktive an den Start. Mit sechs Medaillen war das deutsche Team in diesem Jahr besonders erfolgreich.
Mehr Infos unter www.adh.de
