Mensaparty und Feierkiste
Um Produkte erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, ist eine durchdachte Marketingstrategie notwendig. Wie so etwas geht, lernten Freiburger Studierende am Institut für Landespflege, indem sie Marketingkonzepte für regionale Spezialitäten entwickelten. Was dabei herauskam.
Stefanie Fehn, Spanisch, Italienisch, BWL
Um Kaiserstühler Spezialitäten der Marke „Kaiserlich genießen“ erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, bedarf es einer gut durchdachten Marketingstrategie. Das nahm Dozentin Dr. Diana Pretzell von PLENUM zum Anlass, im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Instituts für Landespflege an der Universität Freiburg die Kaiserstühler Spezialitäten in den Mittelpunkt einer Projektarbeit zu stellen und mit Studierenden verschiedene Marketingkonzepte herauszuarbeiten.
Die Veranstaltung fand in Kooperation mit PLENUM statt, dem „Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt“, das die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region mit Naturschutzzielen verbinden möchte.
Für die Studierenden bedeutete eine solche Aufgabe: Berufspraxis sammeln, für PLENUM: Einblick in verschiedene Zielgruppen erhalten.
Marketing für regionale Produkte
„Der Anbau der Produkte von „Kaiserlich genießen“ weist bestimmte gesetzliche Naturschutzvorgaben auf, wie zum Beispiel ein Grünstreifen am Ackerrand“, erklärt Dominik Herbein, einer der Teilnehmer. „Unsere Aufgabe war es, potenzielles Klientel zum Kaufen zu motivieren.“ Mit den Konzepten sollten Kunden angesprochen werden, die besonderen Wert auf Regionalität, Naturschutz und hohe Qualität legen.
Zu Beginn der Projektarbeit erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die alle im Nebenfach Naturschutz und Landschaftspflege studieren, eine kurze Einführung in PR und Marketing. Dann legten sie los und schrieben unter anderem Pressemitteilungen, erstellten Flyer und entwickelten ein Design für das Etikett der Weinflaschen.
Zielgruppe „50+“ und „Studierende“
Eine weitere Aufgabe war, Produkt-Einführungsveranstaltungen für die lokalen Spezialitäten zu kreieren. Eine Gruppe der rund 28 Studierenden hatte die Zielgruppe „Generation 50+“, die andere den potenziellen Kundenstamm „Studierende“.
Für die „Generation 50+“ dachten sich die Teilnehmer ein legères Jazzfrühstück auf einem Kaiserstühler Winzerhof aus. „Wir überlegten uns eine zweitägige Veranstaltung, die mit Musik umrahmt werden sollte. Als Gäste wollten wir lokale VIPs einladen“, erklärt Svenja Herrmann, die an der Projektarbeit teilgenommen hat.
Mensaparty mit Feierkiste
Dominik Herbeins Gruppe überlegte sich eine Einführungsveranstaltung für die Zielgruppe „Studierende“. Sie konzipierten eine regionale Mensaparty unter dem Motto „Kaiserlich feiern“ mit Wein- und Käseverköstigung. Eine Band aus der Region sollte die Produkt-Einführung musikalisch begleiten. Des Weiteren erstellten die Studierende verschiedene Produkt-Konzepte, zum Beispiel das der so genannten Feierkiste. Sie besteht aus Kaiserstühler Wein und Knabbereien – „natürlich möglichst kompakt, um sie mit dem Fahrrad transportieren zu können“, sagt Dominik Herbein.
„Die Studierenden sind für die Produzenten von „Kaiserlich genießen“ besonders wichtig“, erklärt Dominik Herbein. „Wir sind die Kunden von morgen. Für uns sind die lokalen Produkte deshalb so interessant, da sie eine Bindung zu unserer Studienstadt aufweisen. Sicher würden manche von uns diese aus Idealismus kaufen. Sie könnten aber auch ein Geschenk für die Familie in der Heimat darstellen.“
Praktische Umsetzung in naher Zukunft?
Auch wenn die Zeit sehr kurz war, um sich intensiv in dieses
Gebiet einzuarbeiten, Svenja Herrmann und Dominik Herbein hat es Spaß
gemacht: „So könnte es einmal sein, wenn ich später im Naturschutz
arbeite und Öffentlichkeitsarbeit ansteht“, sagt Svenja Herrmann.
Die Ergebnisse des Projekts stellten die Studierenden im Januar
2009 dem Vorstand der Markengemeinschaft, Heinz Trogus, sowie
Produzenten der Marke „Kaiserlich genießen“ vor. Diese gewannen dadurch
einen Einblick in die Köpfe der künftigen Zielgruppe „Studierende“ und
Anregungen für die Gruppe 50+. Die Produzenten der Marke wollen
demnächst einige der Ideen umsetzen.
