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Gefährliche Inhaltstoffe in Spice

In den letzten Jahren galt die Modedroge Spice als harmlose Kräutermischung - bis Freiburger Wissenschaftler synthetische Cannabinoide darin nachwiesen. Seit Januar 2009 ist Spice verboten. Was ist drin in Spice und wie gefährlich ist es?


Anima Iwischütz, Medizin


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Dr. Volker Auwärter leitete die Projektgruppe, die die Wirkstoffe von Spice untersuchte.

Foto: Anima Iwischütz


Verkauft wurde Spice als Mischung aus getrockneten Pflanzenteilen, deklariert als Räuchermischung, die die Raumluft bereichern sollte. Tatsächlich wurden die frei verkäuflichen Produkte aber als Ersatz für Cannabisprodukte verwendet.

Die als euphorisierend und enthemmend - dann als müde machende - beschriebene Wirkung wurde auf die enthaltenen Extrakte aus Kräutern mit malerischen Namen wie „Blaue Lotusblume, Helmkraut, Sibirischer Löwenschwanz oder Meeresbohne" zurückgeführt. Da keine dieser Pflanzen in Deutschland verboten ist, fiel Spice nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.


Freiburger Toxikologen untersuchen Spice


Da sich das Rechtsmedizinische Institut des Universitätsklinikums Freiburg besonders für biogene Drogen – also Drogen, die in Pflanzen und Pilzen enthalten sind - interessiert, lag es nahe, Spice genauer zu analysieren.

„Die Wirkung wurde bisher den Kräutern zugeschrieben, dadurch suchten Forscher bislang nicht nach Zusatzstoffen, die synthetischen Ursprungs sein könnten“, sagt der Leiter des Projekts, Dr. Volker Auwärter. Gemeinsam mit Kollegen untersuchte er deshalb die Wirkstoffe von rund 30 Proben Spice und ähnlichen Produkten.


Synthetisches Cannabinoid gefunden

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Getrocknete Kräuter und Pflanzen sind beliebt als Räuchermischungen, die den Raum beduften. In der Kräutermischung Spice sind allerdings nicht nur harmlose Kräuter enthalten, fanden Freiburger Toxikologen heraus.

Foto: pantherMedia/Michele Cacciapuoti

Die Wissenschaftler fanden in aufwändigen Untersuchungen heraus: Spice enthält das leicht veränderte synthetische Cannabinoid „CP-47,497“. Dieses Cannabinoid zeigt Ähnlichkeiten mit dem Hauptwirkstoff der Cannabispflanze „delta-9-Tetrahydrocannabinol“, besser bekannt als THC.

Die Forscher gehen dabei von einem Suchtpotenzial aus, das mit herkömmlichem Cannabis vergleichbar ist. „Allerdings ist dieses synthetische Cannabinoid in seiner pharmakologischen Potenz um ein Vielfaches stärker“, sagt Auwärter. Und das kann gefährlich sein: „Durch die hohe Wirksamkeit und die ungleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe in den Kräutermischungen kann es bei einer Überdosierung zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen.“


Für den Konsumenten ist nicht erkennbar, ob den Kräutermischungen synthetische Stoffe zugesetzt wurden und wie viel. Außerdem warnt der Toxikologe davor, dass beim Rauchen sowie beim Umsetzen der Wirkstoffe im Körper giftige und möglicherweise Krebs erregende Abbauprodukte gebildet werden können. Dadurch bestehe eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung.


Spice ist seit Januar verboten


Aufgrund der Untersuchungsergebnisse des Rechtsmedizinischen Instituts sind seit dem 22.1.2009 Handel und Besitz von Spice und Spice-ähnlichen Produkten vom Bundesgesundheitsministerium unter Strafe gestellt worden.


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Die Untersuchungsergebnisse wurden im Journal of Mass Spectrometry veröffentlicht (DOI10.1002jms.1558).


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