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Klein aber gefährlich

Endlich wieder im Park grillen, im Gras liegen und barfuß durch den Wald laufen! Doch wer nach einem Outdoor-Tag eine Zecke an sich findet, erschrickt. Wie viel Panik ist gerechtfertigt?


Von Anna Buck, Europäische Ethnologie, Politik und Soziologie


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Die Spinnentiere können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen. Zecke in vergrößerter Auflösung.

Foto: ©Baxter

Wenn die Temperaturen steigen, wird es im Gebüsch wieder lebendig: Die Zecken-Hauptsaison beginnt in Deutschland im Frühjahr. Gerade in Freiburg und Umgebung fühlen sie sich besonders wohl. „Durch die warmen Winter gibt es hier immer mehr Zecken und mit deren Vermehrung steigt auch die Zahl der Erkrankungen“, sagt Professor Dr. Sebastian Rauer, Oberarzt der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg.


Zecken lassen sich abstreifen


Weltweit sind über 800 Zeckenarten bekannt. Rund 19 davon sind in Deutschland heimisch – unter ihnen der berüchtigte Gemeine Holzbock, der auch auf Menschen Krankheiten übertragen kann.

Die Zecken sitzen auf Grashalmen, im Unterholz und an Buschzweigen. Dort lauern sie auf Tiere und Menschen und lassen sich abstreifen, wenn ihnen ein Warmblüter zu nahe kommt. „Die Annahme, Zecken würden von den Bäumen fallen, ist ein Irrtum“, erklärt der Neurologe.


Aber selbst, wenn sich die Zecke auf dem Körper befindet, beginnt sie nicht sofort mit dem Blutsaugen. Auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle kann sie noch ein paar Stunden herumkrabbeln. Beißt sie zu, bleibt ihr Angriff zunächst unbemerkt, da sie während des Stechens mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel absondert und damit die Einstichstelle betäubt.


Die Folgen können gravierend sein: Die kleinen Spinnentiere beherbergen verschiedene Erreger und übertragen diese durch Stiche. Die bekanntesten sind Borrelien und Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.


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Sitzen auf Grashalmen und warten auf einen Wirt: Zecken.

Foto: ©Baxter

Das Beste: Sich gar nicht erst stechen lassen


„FSME ist eine Krankheit, die bei Patienten zu einer Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung führen und manchmal auch tödlich enden kann“, erläutert Zeckenexperte Rauer. Die Borreliose ist hingegen eine bakterielle Infektionskrankheit, wobei die Bakterien bei Infizierten Organe, das Nervensystem, die Gelenke sowie das Gewebe befallen können.


Vor FSME schützt eine Impfung, gegen Borreliose gibt es noch keine derartige Möglichkeit. „Es gibt nur den Schutz sich gar nicht erst stechen zu lassen oder bei Auftreten einer typischen Hautrötung an der Einstichstelle frühzeitig mit einem Antibiotikum zu behandeln“, erklärt Rauer.

Diese ringförmige Rötung ist das bekannteste Zeichen für einen Zeckenstich und für eine Infektion mit Borrelien. Bei einer Infektion mit FSME tritt sie dagegen nicht auf. Frühzeichen einer FSME-Erkrankung sind grippeähnliche Symptome mit Fieber. Der Ausbruch der Krankheit kann bis zu vier Wochen dauern.


Keine Spaziergänge mehr?


Doch muss man deshalb auf einen Spaziergang im Wald verzichten? „Nein“, meint Rauer. „Aber man sollte sich nach einem Ausflug in die Natur sorgfältig nach Zecken absuchen und sie gegebenenfalls schnell entfernen, um das Infektionsrisiko zu verringern.“ Am besten ist es, die Zecke mit einer Pinzette oder noch besser einer Zeckenzange aus der Apotheke direkt an der Haut anzufassen und sie leicht hin und her zu bewegen. Dadurch löst sich der Widerhaken am Stechapparat der Zecke und man kann sie herausziehen.


Anschließend sollte die Stichstelle beobachtet werden. Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Zecke mit Klebstoff oder Öl zu entfernen. Dadurch kann es passieren, dass die Zecke Viren und Bakterien ins Blut abgibt.


Tipps, um Zeckenstiche zu vermeiden:


  • Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen tragen
  • Helle Kleidung tragen, auf der sind herumkrabbelnde Zecken schneller zu sehen
  • Beim Gang durch Unterholz und Gras Socken über die Hosenbeine ziehen
  • Nach dem Spaziergang oder Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken absuchen. Arme, Kniekehlen, Zehenzwischenräume, Kopf und Schritt sind besonders gefährdet.
  • Achtung: Insektenabweisende Mittel helfen nur für eine kurze Zeit


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