Sommer, Sonne - Sonnenbrand?
Der Sommer ist da, die Ferienzeit steht vor der Tür und die letzten Vorbereitungen für den Badeurlaub sind zu treffen. Leider ist die schönste Zeit des Jahres oft nicht nur mit Sonne verbunden, sondern auch mit Sonnenbrand. Warum man diesen vermeiden sollte und was man dagegen tun kann.
Stefanie Fehn, Romanistik und BWL
Aber: Sonnenschutz nicht vergessen!
Lars Powlesland
„Sonnenbrand ist eine Entzündung der Haut, die durch Sonnenlicht ausgelöst wird“, erklärt Dr. Frank Meiß, Facharzt für Dermatologie an der Universitäts-Hautklinik Freiburg. „Er stellt sich akut nach 4 bis 6 Stunden ein und erreicht seinen Höhepunkt nach 12 bis 24 Stunden.“
Sonnenbrand äußert sich in Rötungen, verbunden mit Schmerzen und auch Blasenbildung. Besonders betroffene Areale des Körpers sind häufig Schultern, Stirn und Nase. Verantwortlich für die gerötete Haut sind die sogenannten ultravioletten (UV) Strahlen, insbesondere die UV-B-Strahlung.
Der Hauttyp bestimmt die Sonnenbrandgefahr
„Das UV-Licht wird bis zum Eintritt auf die Erdoberfläche durch die Ozonschicht und die Luftverschmutzung verändert“, sagt Dr. Meiß. „Mit fortschreitender Abnahme der Ozonschicht nimmt auch deren UV-Filterwirkung ab.“ Weitere Faktoren, die die Bestrahlung potenzieren oder verringern, sind Breitengrad, Höhe, Jahreszeit, Tageszeit, Bewölkungsgrad und natürlich die UV-Dosis. „Befindet man sich beispielsweise nahe des Äquators in der Sonne, ist die Verbrennungsgefahr viel höher als in Deutschland.“
UV-Strahlen verursachen Falten und Krebs
Die UV-Strahlung ist der wichtigste exogene Faktor bei der Faltenbildung. Zudem unterdrückt sie immunologische Abwehrmechanismen. „Es besteht ein Zusammenhang zwischen regelmäßigen Aufenthalten in der Sonne und der Entstehung von Krebs, auch UV-Karzinogenese genannt“, erklärt Dr. Meiß. Das UV-Licht fördert „weißen Hautkrebs“, in der Fachsprache Basaliome und Spinaliome genannt. „Schwarzer Hautkrebs“, das sogenannte maligne Melanom, das zu Lymphknoten- und Fernmetastasen führen kann, wird ebenfalls in Zusammenhang mit UV-Strahlung gesehen. Hier sollen insbesondere die Sonnenbrände in der Kindheit das Risiko für das maligne Melanom erhöhen.
Dr. Frank Meiß ist Facharzt für Dermatologie an der Universitäts-Hautklinik Freiburg.
Welcher Hauttyp bin ich?
Ein weiterer wichtiger Faktor für Sonnenbrand ist die Genetik des Menschen, der Hauttyp. Dieser wird nach dem amerikanischen Hautarzt Fitzpatrick in sechs Gruppen unterteilt.
1 . Der „keltische Typ“: Ist sehr blass ist, hat meist Sommersprossen, rot-blonde Haare und grüne oder blaue Augen. Dieser Typ entwickelt sehr schnell einen Sonnenbrand. Seine Eigenschutzzeit liegt bei 5 bis 10 Minuten.
2. Der „germanische Typ“: Hat blondes bis hellbraunes Haar, blaue, grüne oder graue Augen. Auch er bekommt schnell Verbrennungen. Die Eigenschutzzeit liegt bei 10 bis 20 Minuten.
3. Der Mischtyp des Europäers ist der am häufigsten vorkommende in Deutschland. Er hat helle bis hellbraune Haut, ist dunkelblond bis braun, die Augen sind meist braun. Er bekommt nur manchmal einen Sonnenbrand, die Eigenschutzzeit beträgt bei ihm 20 bis 30 Minuten.
4. Der „mediterrane Typ“ hat eine dunkle Haut, dunkelbraune bis schwarze Haare und dunkle Augen. Er wird sehr schnell braun, hat selten Sonnenbrand und eine Eigenschutzzeit zwischen 40 und 45 Minuten.
5. und 6.: Gruppe 5 ist dunkler als Gruppe 4. Gruppe 6 sind Schwarzafrikaner, die zwar einen Sonnenbrand bekommen können, allerdings durch die Pigmentierung so gut geschützt sind, dass dies äußerst selten vorkommt.
Schutz vor Sonnenbrand
Um sich vor UV-Licht zu schützen, sollte man Sonne und Solarien meiden. „In der Sonne ist es wichtig, einen textilen Lichtschutz mit Kopfbedeckung und UV-absorbierender Brille zu tragen“, erklärt Dr. Meiß. Grundsätzlich sollte man versuchen, die Sonne zwei Stunden nach und zwei Stunden vor 12 Uhr mittags zu meiden, denn dann ist man 50 Prozent der gesamten Tagesdosis an UV-Licht ausgesetzt. Außerdem ist es ratsam Sonnenschutzmittel zu verwenden.
„Die meisten Präparate enthalten eine Kombination aus physikalischem und chemischem Schutz. Der physikalische reflektiert das Licht sofort, der chemische muss cirka 30 Minuten einwirken, um zu schützen“, sagt Dr. Meiß. In sonnenreichen Monaten ist es ratsam, sich bereits morgens einzucremen.
Was die UV-B-Strahlen betrifft, so gilt in Europa der ‚SUN Protection Factor’ als einheitlicher Maßstab. Für UV-A-Strahlen gilt seit Februar 2005 in Deutschland die Deutsche Industrienorm 675202. Anhand dieser wird der UV-A-Schutz gemessen und in Relation zum UV-B-Schutz gesetzt. „Man sollte mindestens Lichtschutzfaktor 15 nehmen, der sowohl im UV-A- als auch im UV-B-Bereich getestet wurde und wasserfest ist“, empfiehlt Dr. Meiß. „Am Strand oder im Gebirge ist es ratsam, einen höheren LSF zu nehmen.“ Zusätzlich ist ein Lippenbalsam mit UV-Blocker zu verwenden.
Bei wasserfester Sonnencreme ist zu beachten, dass durch das Wasser und das Abtrocknen der Sonnenschutz reduziert ist. Nach Schwimmen und Abtrocknen muss man sich erneut eincremen. Um zu wissen, wie lange man sich mit LSF sonnen kann, kann man zur Orientierung seinen Hauttyp bestimmen und die Eigenschutzzeit mit dem LSF multiplizieren.
Was tun bei Rötung?
„Hat man bereits einen Sonnenbrand, muss man sofort aus der Sonne gehen. Man sollte ihn mit feuchten Umschlägen kühlen und je nach Ausprägung eine kortisonhaltige Lotion auftragen,“ erklärt Dr. Meiß. Anti-entzündlich wirksames Ibuprofen kann auch helfen, sollte aber erst nach ärztlicher Absprache eingenommen werden. Dass nach dem Sonnenbad eine Après-Sun-Creme hilft, ist eher unwahrscheinlich. „Bei sehr schweren Verbrennungen sollte man sowieso sofort einen Arzt aufsuchen.“
Trotz Sonnenbrandgefahr sollte man aber grundsätzlich ein gesundes Verhältnis zur Sonne bewahren. Denn in der richtigen Dosierung bringt sie gute Laune und ist gesund.
Martin Gruhn
Wissenswertes zur UV-Strahlung:
• 90 Prozent des UV-Lichts durchdringt die Wolkenschicht.
• Schnee reflektiert 80 bis 90 Prozent des UV-Lichts.
• Die Stärke der UV-Strahlung nimmt pro 1.000 Meter Höhe um 15 Prozent zu.
• Im Schatten bekommt man bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung ab.
• Sand reflektiert die ultraviolette Strahlung bis zu 50 Prozent.
• 50 Prozent der UV-B und 75 Prozent der UV-A-Strahlen erreichen noch ein Meter Wassertiefe.
