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Wasser marsch!

Aquafitness? Das ist doch was für Ältere, dachte ich, als ich das Kursangebot des Allgemeinen Hochschulsports las. Doch weit gefehlt: Auch als junge, halbwegs fitte Person kommt man bei diesem Kurs ganz schön aus der Puste. Hier erfahrt Ihr, was das Aqua-Training bringt.

 

Assiyeah Joers, Anglistik, Germanistik, Kunstgeschichte

 

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  Aqua-Training mit Poolnudel im Bad des FT.

Foto: Assiyeah Joers

„Mit den Vorzügen des Wassers den Körper auf vielfältige Weise und in jeder Dimension trainieren.“ Die Kursbeschreibung zum Aqua-Training auf der Webseite des Allgemeinen Hochschulsports (AHS) klang viel versprechend und weckte meine Neugier. Also meldete ich mich zum Kurs an und radle nun am Montagabend raus zum FT-Bad, dem Bad der Freiburger Turnerschaft in Littenweiler, um mir diesen Wassersport mal anzuschauen.  


Spiele zum Aufwärmen


Im Becken befinden sich bereits 15 Studentinnen und warten darauf, dass es losgeht. Schnell ziehe ich mich um und tauche ins Wasser ein. Trainer Michael Lorch wirft einen Ball ins Becken und wir spielen eine Runde Volleyball. „Oh nein, was ist das denn für ein Kurs“, denke ich, denn ich hasse Ballspiele. „Spiele fördern die Koordination und Beweglichkeit sowie die Kommunikation der Teilnehmerinnen untereinander“, erläutert Trainer Lorch den Einstieg mit Ball. Das ist also nur der Aufwärmteil und irgendwie doch ganz lustig, zumal die ganze Zeit gute Musik läuft.

Nach dem Aufwärmen steht Zirkeltraining auf dem Programm. Das heißt, wir müssen verschiedene Stationen durchlaufen, an denen wir mit speziellen Schaumstoffgeräten wie Hanteln, so genannten Poolnudeln und Schwimmbrettern verschiedene Übungen machen. Alle fünf Minuten stoppt die Musik und wir wechseln die Station.


Kraft und Ausdauer trainieren


Meine Freundin Anna und ich machen eine Übung mit dem Schwimmbrett, das wir mit hoher Geschwindigkeit von der Brust wegdrücken und wieder heranziehen sollen. Nach ein paar Minuten tun mir die Arme weh. „Mann, ist das anstrengend“, schnauft auch Anna. Wir merken, dass die Übungen im Wasser viel schwieriger sind als an Land. Was natürlich am höheren Widerstand des Wassers liegt.

„Der hydrostatische Druck ist gut für die Durchblutung“, erklärt Lorch, der Sportwissenschaft und Sporttherapie auf Bachelor studiert und seit zwei Semestern als Aqua-Trainer beim AHS die Kurse anleitet.  Außerdem ließen sich durch den hohen Widerstand im Wasser mehr Muskeln aufbauen und mit gezielten Übungen Kraft und Ausdauer trainieren. Lorch weiß wovon er spricht, denn er hat zwei Jahre lang Wassergymnastik-Kurse im Thermalbad Bad Bellingen und im Therapiezentrum Lorettoberg angeleitet.

 

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Trainer Michael Lorch gibt Anweisungen an Land.
 
Foto: Assiyeah Joers

 Vom Therapie- zum Fitnesssport


An der nächsten Station müssen wir mit Hanteln an den Füßen, die Beine wie eine Schere auf und zu klappen. Durch den Auftrieb der Schaumstoffhanteln erfordert das viel Muskelkraft und wir kommen wieder ordentlich aus der Puste. Der Wasserauftrieb fördert jedoch auch die Entlastung der Gelenke und der Wirbelsäule, denn im Wasser muss der Körper nur noch zehn Prozent seines Eigengewichts tragen.

Damit ist Aqua-Training der ideale Rehabilitationssport für ältere oder bewegungsbehinderte Menschen. „Hier hat die Sportart auch ihren Ursprung“, sagt Lorch. In einem kleinen Bewegungsbad übten Therapeuten früher im warmen Wasser mit den Patienten, um ihre Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Später ging es auch in die größeren Becken und fitnessorientierte Übungen kamen hinzu.

So entwickelte sich das Aqua-Training von einem therapeutischen Rehabilitationssport zu einem Fitness- und Breitensport. Auch Lorchs Programm enthält Elemente aus den Bereichen Aquajogging, Wassergymnastik und Gesundheitsschwimmen und ist sehr abwechslungsreich.


Jeder wie er kann


Nach dem Zirkeltraining schnallen wir uns Aqua-Jogging-Gürtel um und joggen zwei Bahnen durchs Wasser. Hier lege ich mich im Wettstreit mit den anderen richtig ins Zeug und bin danach total erschöpft. Das ist wirklich ein Power-Sport! Jeder sollte nur soviel mitmachen, wie er kann, aber schon an seine Grenzen gehen, meint Lorch auf die Frage, wann man aufhören sollte.

Das tiefe Wasser im Springerbecken, in dem unser Kurs stattfindet, ist für Aqua-Jogging ideal. Für die anderen Geräteübungen ist ein schultertiefes Becken, in dem man einen festen Stand auf dem Boden hat, besser geeignet. Das Wasser sollte um die 32 Grad Celsius haben, damit der Körper nicht auskühlt, sagt Lorch.

Wer allerdings akut krank ist oder eine Entzündung hat, darf auf keinen Fall ins Wasser gehen.


Ein Sport für alle


Am Ende der Stunde laufen wir noch mal im Wasser auf der Stelle und machen dabei mit den Schaumstoffhanteln Übungen für die Armmuskulatur. Danach bin ich müde, fühle mich aber von Kopf bis Fuß durchtrainiert und entspannt. Auch Anna ist zufrieden: „Das war super! Ich freue mich schon auf nächste Woche“. Mein Fazit: Aquafitness ist kein Omasport, sondern für Menschen jeder Altersgruppe und jedes Fitness-Niveaus geeignet. Es trainiert den gesamten Körper und macht sehr viel Spaß.

 

Info zum Aqua-Training beim Hochschulsport


 Aqua-Training im Wintersemester 2009/10: Montags von 17-18 Uhr im FT-Bad. Kursgebühren: Studierende 23,-, Bedienstete 30,-Euro.

 

Programm des Hochschulsports


Das neue Hochschulsportprogramm kommt Ende September raus. Online-Anmeldungen zu den Kursen voraussichtlich ab dem 14. Oktober auf www.hochschulsport.uni-freiburg.de

 

 

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